Weckruf für Europas Wettbewerbsfähigkeit
Robert Bosch CEO Stefan Hartung brachte es in seiner Keynote auf den Punkt: Die Stärkendiskrepanz zwischen den USA und Europa wächst, und die Zeit zum Handeln ist jetzt. "Es gibt keinen Weltkühlschrank, kein Weltauto", betonte Hartung und verdeutlichte damit, dass regionale Unterschiede in den Kundenbedürfnissen bestehen bleiben werden. Umso wichtiger sei es, dass Europa und auch Deutschland seine eigenen Stärken ausspielt.
Die europäische Industrie lebt von offenen Märkten, doch unsere Wettbewerbsfähigkeit muss dringend gestärkt werden. Auch müssen wir Technik wieder stärker als Mittel zur Steigerung der generellen Lebensqualität begreifen und entsprechend einsetzen – ganz im Sinne des Firmengründers Robert Bosch.
KI als Game Changer im globalen Wettbewerb
Agnes Heftberger von Microsoft Deutschland stellte unmissverständlich klar was für eine große Rolle KI spielt. Sie kündigt sie als nächste große General-Purpose-Technologie an, vergleichbar mit historischen Umwälzungen wie Druckerpresse oder der Dampfmaschine.
"KI mischt die Karten neu", betonte Heftberger und plädierte für einen "AI First"-Ansatz in Unternehmen. Gleichzeitig unterstrich sie die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Technologie.
Dass der technologische Wandel ein fließender Prozess ist, bestätigten auch andere Panelteilnehmer. IoT, Industrie 4.0 und KI – all dies seien notwendige, wenn auch nicht hinreichende Werkzeuge für die Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Komplexität und des Fachkräftemangels wird KI als ein unverzichtbares Instrument zur Effizienzsteigerung und Komplexitätsreduktion gesehen.
Komplexitätsmanagement als Kernkompetenz
Porsche demonstrierte eindrucksvoll, wie Komplexitätsmanagement zum Wettbewerbsvorteil werden kann. "Komplexität ist da zu reduzieren, wo der Kunde sie nicht sieht", erklärte Porsche-Vertreter Reimold (Vorstandsmitglied Produktion und Logistik). Beispielsweise bei Ausstattungsoptionen hingegen müsse sie beherrscht, nicht minimiert werden.
Zukunftsstrategien für resiliente Lieferketten
Die Verwundbarkeit globaler Lieferketten rückte als eines der zentralen Themen in den Fokus des Kolloquiums. Der Experte Lars Stolz von Oliver Wyman unterstrich die strategische Notwendigkeit resilienter Versorgungsnetzwerke angesichts aktueller geopolitischer Unsicherheiten.
"Speed is Key", Peter Laier (ZF Friedrichshafen) – eine Maxime, die nach Ansicht vieler Teilnehmer häufig im Widerspruch zur traditionellen deutschen Mentalität steht, jedoch zunehmend erfolgsentscheidend wird.
In diesem Kontext betonte Lars Stolz die zentrale Bedeutung von Transparenz in der Supply Chain für schnelle Anpassungsfähigkeit. Nach seiner Überzeugung ermöglicht eine transparente und gut strukturierte Lieferkette die deutlich schnellere Integration neuer Lieferanten, wodurch auch Kostenoptimierungen wesentlich zügiger realisiert werden können. Diese Flexibilität entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der modernen Industrielandschaft.
Fazit: Ein "Mut-Macher-Kongress"
Als Moderator brachte es Wolfgang Kersten sehr treffend auf den Punkt und bezeichnete das MMK als den "Mut-Macher-Kongress". Die Botschaft ist klar: Deutschland und Europa müssen ihre traditionellen Stärken mit mehr Pragmatismus verbinden, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.
Bei Soley nehmen wir diese Impulse auf und unterstützen unsere Kunden dabei, ihre Prozesse zu optimieren, Komplexität zu beherrschen und durch intelligente Technologielösungen wettbewerbsfähig zu bleiben und dabei gleichzeitig Kosten zu einzusparen.
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