So geht Produktportfolio-Optimierung heute

Produktportfolio Matrix: Strategie & Product Mining | Soley

Geschrieben von Mirella Hill | 17.2.2026

Die Produktportfolio Matrix ist seit Jahrzehnten das Standardwerkzeug, um hier Ordnung zu schaffen. Doch in der heutigen Zeit reicht ein statisches Diagramm nicht mehr aus.

 

Was ist die Produktportfolio Matrix?

Die Produktportfolio Matrix, oft synonym als BCG-Matrixbezeichnet, ist ein strategisches Analyseinstrument. Sie hilft Entscheidern dabei, Ressourcen sinnvoll zu verteilen, indem sie Produkte anhand von zwei Dimensionen bewertet: dem Marktanteil und dem Marktwachstum.

Die Grundidee der Boston Consulting Group ist simpel: Ein Unternehmen sollte eine ausgewogene Mischung aus Produkten haben, die heute Cash generieren, und solchen, die das Wachstum von morgen sichern. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, um radikal ehrlich zu entscheiden: Investieren wir, halten wir oder trennen wir uns?

Die vier Quadranten der Matrix

Um die Suchintention derer zu bedienen, die eine klare Definition suchen, unterteilen wir die Matrix in ihre klassischen vier Felder:

    • Question Marks (Fragezeichen): Produkte in einem stark wachsenden Markt, aber mit einem noch geringen Marktanteil. Sie benötigen meist hohe Investitionen, um zu "Stars" zu werden.
    • Stars: Die Spitzenreiter. Sie haben einen hohen relativen Marktanteil in einem Wachstumsmarkt. Sie fördern das Image, benötigen aber oft noch Kapital für den weiteren Ausbau.
    • Cash Cows (Melkkühe): Diese Produkte haben einen hohen Marktanteil in gesättigten Märkten. Sie generieren den Cashflow, der für die "Stars" und "Question Marks" benötigt wird.
    • Poor Dogs (Armer Hund): Produkte mit geringem Marktanteil in stagnierenden Märkten. Sie binden Ressourcen, ohne nennenswerten Rückfluss zu bieten.

 

 

 

Marktanteil und Marktwachstum: Wie geht das?

Um eine präzise Produktportfolio Matrix zu erstellen, müssen wir die Achsen definieren. Es geht um das Zusammenspiel von Marktanteil und Wachstum.

Der relative Marktanteil

Dieser Wert setzt den eigenen Umsatz ins Verhältnis zum stärksten Wettbewerber. Ein hoher relativer Marktanteil signalisiert Wettbewerbsstärke und meist auch eine bessere Kostenstruktur durch Skaleneffekte (Experience Curve).

Das Marktwachstum

Hier betrachten wir, wie attraktiv der Markt an sich ist. Agieren Sie in einem wachsenden Markt, ist das Potenzial groß, aber der Investitionsbedarf für Marketing und Entwicklung meist ebenfalls.

Quadrant

Marktanteil

Marktwachstum

Strategische Empfehlung

Stars

Hoch

Hoch

Investieren & Wachsen

Cash Cows

Hoch

Niedrig

Ernten & Marktposition halten

Question Marks

Niedrig

Hoch

Selektieren oder Offensivstrategie

Poor Dogs

Niedrig

Niedrig

Desinvestieren / Portfolio-Bereinigung

 

Das Problem: Warum die statische Matrix im Blindflug endet

Die klassische 4-Felder-Matrix wurde in den 1970ern entwickelt. Damals warenMärkte träge, Lieferketten lokal und Daten rar. Heute ist die Matrix mitVorsicht zu genießen. Warum?

    • Daten-Lag statt Echtzeit: Eine herkömmliche Matrix ist oft das Ergebnis wochen- oder sogar monatelanger manueller Datenaufbereitung in Excel. Bis das Diagramm fertig ist, hat sich der Markt längst gedreht. Sie steuern Ihr Unternehmen mit dem Blick in den Rückspiegel.
    • Die Illusion der Unabhängigkeit: Die Matrix suggeriert, jedes Produkt stünde für sich. In der modernen Industrie hängen Produkte aber über gemeinsame Baugruppen, Plattformen und Lieferanten zusammen. Wer einen „Poor Dog“ streicht, gefährdet im Zweifel die Lieferfähigkeit eines „Stars“, weil beide dasselbe Bauteil nutzen.
    • Verborgene Komplexitätskosten: Ein hoher Marktanteil (Cash Cow) sieht auf dem Papier gut aus. Doch wenn dieses Produkt 500 Varianten hat, fressen die Rüstkosten in der Produktion und der Aufwand im Service die Marge oft komplett auf. Die klassische Matrix sieht nur den Umsatz - mit Product Mining wird echte Profitabilität sichtbar.

Bei Soley wissen wir: Produkte sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg, aber nur, wenn das Portfolio keine „Black Box“ ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mithilfe von Product Mining daraus eine hochpräzise Steuerzentrale machen.

 

 

 

Strategische Tiefe:

Jeder Portfolio-Verantwortlicher weiß, dass zahlreiche tiefergehende Zusammenhänge und Abhängigkeiten in einem Produktportfolio bestehen. Die wenigsten jedoch, können alle auf Knopfdruck aufzeigen und anhand dieser Informationen Entscheidungen treffen. Hier einige Beispiele:

Vom "Armen Hund" zum profitablen Fokus

Ein "Poor Dog" (oder armer Hund) ist in der Theorie schnell aussortiert. In der Praxis hängen oft wichtige Kunden oder andere Produkte an diesem Varianten-Wildwuchs. Vielleicht ist das Produkt ein Türöffner für eine profitablere Cash Cow? Ohne Datentransparenz ist jede Entscheidung ein Bauchgefühl.

Stars und Cash Cows richtig ausbalancieren

Ein gesundes Unternehmen finanziert seine Zukunft durch die Gegenwart. Die Stars Cash Cows Dynamik ist der Motor Ihrer Resilienz. Wenn Siezu viele Stars haben, geht Ihnen die Liquidität aus. Haben Sie nur Cash Cows,fehlt Ihnen die Zukunftsfähigkeit.

 

Soley Insight: "Echte Resilienz beginnt mit Klarheit. Wer seine Abhängigkeiten kennt, kann Risiken in der Lieferkettemanagen, noch bevor sie zum Problem für seine Cash Cows werden."

 

Product Mining: Die Evolution der Portfolio-Analyse

Die klassische Produktportfolio Matrix allein reicht also nicht mehr aus. Hier kann Soley’s Product Mining Lösung Abhilfe schaffen. Wir integrieren Daten aus ERP-, PLM- und CRM-Systemen und erstellen daraus einen digitalen Zwilling der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens. So können die Auswirkungen jeder Portfolio-Entscheidung vorab erkannt werden.

    • End-to-End Transparenz: Wir sehen nicht nur den Marktanteil, sondern auch die tatsächliche Marge unter Berücksichtigung der Komplexitätskosten.
    • Schnelligkeit: Wir bieten Transparenz auf Knopfdruck ohne langwierige IT-Projekte.
    • Wirkungsorientierung: Wir liefern nicht nur die Analyse, sondern konkrete Maßnahmen zur operativen Umsetzung.

 

 

Best Practice: In 4 Stufen zum profitablen Produktportfolio

Um einen nachhaltigen Impact zu erzielen, darf Portfoliomanagement keine Einmalmaßnahme sein. Bewährt hat sich ein vierstufiges Vorgehen im Rahmen des Product Mining Ansatzes, das von der Sichtbarmachung bis zur aktiven Risikosteuerung reicht.

1. Transparenz schaffen: Der Enterprise Digital Twin

Bevor Sie an Prozessen schrauben, müssen Sie wissen, wo Sieanpacken. Viele Unternehmen agieren hier zu vorschnell. Ein Enterprise Digital Twin konsolidiert jegliche Produktdaten innerhalb der Organisation.

Ergebnis: Sie erhalten ganzheitliche Einblicke und verknüpfen portfolio-spezifische KPIs mit verlässlichen Zahlen statt mit Bauchgefühl.

2. Bereinigung starten: Ballast abwerfen

Durch die gewonnene Transparenz identifizieren wir Produkte oder Varianten, die unnötige Komplexität verursachen und starten den Phase-out dieser obsoleten oder margenschwachen Teile.

Ergebnis: Sie bauen Ballast ab, identifizieren redundante Varianten und sparen massiv Komplexitätskosten ein, ohne die Marge oder Kundenbeziehungen zu gefährden.

3. Synergien nutzen: Harmonisierung der Struktur

Nach der Bereinigung rücken die wertstiftenden Bestandteile Ihres Portfolios in den Fokus. Gezielte Portfoliostrukturierung und Harmonisierung mit Sourcing-Strategien. Hier wird beispielsweise die Gleichteileverwendung forciert.

Ergebnis: Die Marktposition wird gestärkt, da sich das Angebot klarer kommunizieren und besser skalieren lässt.

4. Resilienz ausbauen: Vorausschauende Steuerung

In volatilen Märkten ist der Blick auf historische Daten (wie bei der klassischen BCG Matrix) zu wenig. Tiefergehende, AI-gestützte Analysen und Simulationen schaffen Abhilfe.

Ergebnis: Sie erkennen frühzeitig, wenn Umsätze von einzelnen Zulieferern oder kritischen Komponenten abhängen. Sie können aktiv vorbeugen, statt nur passiv gegenzusteuern.

 

 

 

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Produktportfolio Matrix

Was ist der Kern der BCG Matrix?

Die Einteilung von Produkten in vier Felder (stars, cash cows, etc.) basierend auf Marktwachstum und relativem Marktanteil, um Investitionsentscheidungen zutreffen.

Warum gilt ein Produkt als "armer Hund"?

Ein "poor dog" hat einen geringen Marktanteil in einem stagnierenden oder schrumpfenden Markt. Er bündelt Ressourcen, die an anderer Stelle (z.B. für Innovationen) dringender benötigt werden.

Wie hilft Product Mining bei der Portfolio-Bereinigung?

Die Product Mining Lösung macht versteckte Abhängigkeiten sichtbar. So verhindern Sie, dass Sie ein Produkt streichen, das eigentlich als strategischer Türöffner für Ihre Cash Cows dient oder wichtige Gleichteile mit Stars teilt.

Wie oft sollte die Analyse durchgeführt werden?

In der heutigen Zeit ist eine jährliche Analyse zu wenig. Soley ermöglicht eine kontinuierliche Portfolio-Überwachung, um sofort auf Marktveränderungen reagieren zu können.

 

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